Das 500 Jahre alte Gebäude am Mühldorfer Stadtplatz lässt schon von außen erkennen, welches Original einen drinnen erwartet: Multitalent Hans Kotter – Ex-Bäckermeister und Zauberer, Kabarettist, Sänger und Spaß­macher in der Tradition Karl Valentins, kurz ein Visionär und Querdenker.

Vorbei an der bunten „Denkmauer“ am Musseums­eingang (Hundertwasser lässt grüßen), die schon mal einige satirische Duftmarken setzt: etwa ein steinernes Grabkreuz für den bayerischen „Problembären“ Bruno oder den Besen der in Mühldorf hingerichteten Hex’ Maria Pauer. Durch einen mit allerlei Fabelwesen aus Schrott bevölkerten Garten geht es hinein in Hans Kotters Welt: Wohnhaus, Museum und Gesamtkunstwerk in einem, skuril, hintergründig und phantasievoll.

Historische Flinten, Trophäen kapitaler Böcke oder andere Zeugnisse jagdgenossenschaftlicher Großtaten sucht man hier allerdings vergebens. Was er stattdessen zeigt, sind neben eigenen Wortspiel-Objekten wie dem Wasserhahn, der Falle für das Gewohnheitstier oder dem sagenumwobenen Wolpertinger vor allem bissige Karrikaturen von Haderer, Deix, Achternbusch und anderen, die das Thema Jagd aufs Korn nehmen.
Und was hat das älteste Fahrrad, das jemals in der Stadt produziert wurde, damit zu tun? Klar: schon damals sind die Burschen damit zur Has’njagd gefahren.
Skulpturen wie das Readymade Rudolph the Rendeer von Jeff Koons schlagen sogar den Bogen zur zeitgenössischen Kunst.

Das Mühldorfer Jadgmusseum ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und unter der lachkundigen Führung des Musseumsbesitzers ein großes Vergnügen!

„Wer in letzter Zeit nichts zu lachen hatte, für den ist der Besuch von unschätzbarem Wert“, sagt Hans Kotter über sein Musseum.

Öffnungszeiten und Adresse:

www. musseum.de

Übrigens, der schräge Musseumsflyer – die Basisinfo für Besucher – stammt von KOMMA. Wir senden Ihnen gerne ein Exemplar per Post und verraten auch, warum sich Musseum mit zwei „s“ schreibt.

Logo Jagdmusseum Kotter

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